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Das 24h-Rennen am Nürburgring steht bevor und Du wirst mit einem Audi R8 LMS an den Start gehen. Welche Chancen rechnest Du dir bei dieser Konstellation 2009 aus?
Pierre Kaffer
Erst einmal muss ich sagen, dass ich riesige Vorfreude auf das Rennen habe. Das 24h-Rennen am Nürburgring ist mein Heimrennen. Die Atmosphäre ist dank der vielen Fans, die draußen am Ring campen, einzigartig.
Dass ich beim Audi Sport Team Abt Sportsline zudem noch auf einem so gut präparierten und mit Sicherheit gesamtsiegfähigen Fahrzeug sitzen werde, ist das Tüpfelchen auf dem i. Ich bin überzeugt, dass man unsere Mannschaft, also Lukas Luhr, Christian Abt, Jean-François Hemroulle und mich, in Kombination mit der Top-Crew rund um Hans-Jürgen Abt auf jeden Fall mit auf der Rechnung haben sollte, wenn es um eine Top-Position geht.
Doch natürlich ist ein 24h-Rennen eine ganz besondere Herausforderung, bei der 24 Stunden lang die unvorhergesehensten Ereignisse eintreten können. Somit ist die erste Devise: Ankommen!
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Von allen zuvor genannten Piloten hast Du selbst am wenigsten Erfahrung auf dem R8, wie viele Kilometer bist Du denn gefahren?
Pierre Kaffer
Der Audi R8 LMS hat ein sehr umfangreiches Testprogramm mit Bravour bestanden. Ich selbst habe am Freitag vor dem letzten Lauf zur Langstreckenmeisterschaft ausgiebig getestet. Das Auto fühlt sich sehr gut an, das Fahrverhalten gefällt mir sehr. Ich fühle mich bestens auf die Aufgabe 24 Stunden Nürburgring vorbereitet und weiß, dass es die Mannschaft von Audi und Abt auch ist.
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Die Diskussion der Integration von GT3-Fahrzeugen ins 24h-Reglement bewegt die Gemüter - was ist Dein Eindruck?
Pierre Kaffer
Ich bin zwar aufgrund meiner vielen Auslandsrennen 2009 nicht ganz so im Thema, jedoch kann ich nur sagen, dass die letzten Rennen und Qualifyings der Langstreckenmeisterschaft so ausgeglichen wie schon lange nicht mehr waren. Ich denke, dass die Regelmacher schon ein gutes Händchen dafür bewiesen haben und auch noch beweisen werden, die unterschiedlichen Fahrzeugklassen auf ein Level zu bringen, obgleich es natürlich keine leichte Aufgabe ist.
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In den letzten zehn Jahren hat sich das 24h-Rennen stark verändert. Wie siehst Du den Stellenwert des Eifelmarathons im internationalen Vergleich?
Pierre Kaffer
Das 24h-Rennen Nürburgring ist nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden TV-Präsenz und professionellen Vermarktung eines der größten Sportereignisse in Deutschland und neben Le Mans das wichtigste und bekannteste 24h-Rennen überhaupt. Ich bin viel international unterwegs und nahezu überall kennt man dieses Rennen.
Das war allerdings nicht immer so. Erst die Vielfalt der GT-Rennwagen und schnellen Tourenwagen, die mit dem Jahrtausendwechsel reglementbedingt forciert wurden, brachten die Teilnehmer und die Massen der Zuschauer zurück. Da lohnt ein Blick zurück in die Vergangenheit, um sich dessen bewusst zu werden.
Porsche 997, Audi R8, Corvette C6, Ford GT und viele andere Top GT-Rennwagen sind Magnete für die Zuschauer und faszinieren die Massen. Daneben sind es die vielen Privatteams mit seriennahen Fahrzeugen, die den Mix ausmachen.
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LMS, ALMS - Du bist ja ein richtiger Weltenbummler 2009. Wie anstrengend ist es da, direkt nach einem US-Rennen eine solche Marathonveranstaltung zu fahren?
Pierre Kaffer
24h-Rennen sind generell anstrengend, wobei ich sagen muss, dass es sich am Ring doch eher in Grenzen hält. So sehr, dass ich 2007 und 2008 sogar auf zwei Fahrzeugen unterwegs war. Ich habe da keinerlei Konditionsprobleme, steige sogar entspannt aus dem Rennwagen aus. Diese Entspannung gibt mir die Nordschleife, die mit Ihrem klaren Fluss so viel Spaß macht, dass ich gar nicht aussteigen möchte.
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Ganz besonders am Ring ist doch auch die „Fan-Community". Wie siehst Du das?
Pierre Kaffer
Das 24h-Rennen am Ring steht in meinen Augen für Fannähe. Bei keinem vergleichbaren Rennen mit einem so hochklassigen Fahrerfeld und solchen Fahrzeugen kommen die Fans heute näher an die Fahrer und Fahrzeuge wie am Nürburgring. Davon lebt das Rennen und davon lässt du dich auch als Fahrer immer wieder begeistern.
Für mich ist es, wie für viele meiner Fahrerkollegen auch, immer wieder beeindruckend, wie nahe man im Rennwagen an den Grillfeuern der Fans ist, wie stark man ihre Begeisterung und Anfeuerung im Rennfahrzeug mitbekommt. An den markanten Punkten wie Hohe Acht oder Brünnchen zum Beispiel geht richtig die Post ab.
Das ist ein wichtiger Charakterpunkt dieses Rennens. Die Fans sind einer der wichtigsten Gründe, warum wir Fahrer - ob Profi oder Amateur - uns immer wieder erneut auf dieses Rennen freuen.
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Pierre, vielen Dank für das Interview.

